Ein Artikel aus dem “Tip der Woche” vom 14.04.092
Warum unser Darm auch als “zweites Gehirn” bezeichnet werden kann”
“Liebe geht durch den Magen.”, “Ich habe eine Wut im Bauch!” oder “Der Ärger schlägt mir auf den Magen.” – Fast jeder von uns kennt diese deutschen Redensarten, die bei genauer Betrachtung auch einen medizinischen Hintergrund haben. Denn sie belegen eindeutig: Wohlbefinden und Verdauung hängen eng zusammen. Das heißt – Kopf und Bauch haben eine Beziehung der ganz besonderen Art zueinander.
So können sich Ängste und Sorgen unmittelbar auf die Verdauung niederschlagen. Aber auch umgekehrt sind Magen-Darm-Probleme in der Lage, unser psychisches Wohlbefinden entscheidend aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Grund für dieses enge Zusammenspiel ist, dass der Mensch ein “zweites Gehirn” hat: Das Darm-Nerven-System, das mit dem Gehirn im Kopf in ständiger Verbindung steht. Das so genannte Bauchhirn in der Darmwand – wissenschaftlich als enterisches Nervensystem bezeichnet – besteht aus 100 Millionen Nervenzellen und ist nicht nur in Funktion und Struktur dem Kopfhirn sehr ähnlich. Auch ist es mit den gleichen Zelltypen, Rezeptoren und Wirkstoffen ausgestattet.
Von der Speiseröhre bis zum Darmausgang erstreckt sich dieses Geflecht. Es steuert in Eigenregie die Darmbewegung und die Verdauung. Direkt im Verdauungstrakt wird entschieden, welche Nahrungsbestandteile aufgenommen und welche ausgeschieden werden. Damit Giftstoffe nicht in den Körper eindringen können, sitzen mehr als 70 Prozent aller Zelles des Immunsystems als eine Art Schutzwall im Darm, die gefährliche Substanzen erkennen und unschädlich machen.
In ständiger Verbindung
Ständig sendet das Bauchhirn Informationen an das Kopfhirn. Bewusst werden im Kopf jedoch erst Krisensignale wie Schmerz oder Übelkeit Psyche die Muskulatur der Magen- und Darmwände dazu veranlasst, sich schneller oder langsamer zusammenzuziehen. Es gibt also im Darmbereich, ebenso wie im Gehirn, ein ausgeprägtes Gedächtnis. Bei Kopfentscheidungen fließen die gespreicherten Baucheindrücke mit ein.
Bei einer derart ausgeprägten Kommunikation ist es nicht verwunderlich, dass Kopf und Bauch gemeinsam empfindlich auf Stress, psychische Belastungen und bestimmte Ernährungsgewohnheiten reagieren. Wenn das Bauchgefühl nicht mehr stimmt, ist es wichtig, Abhilfe zu schaffen. Dazu gehören vor allem eine bewusste Ernährung, viel Ruhe und regelmäßige Bewegung. Da dies im Berufsalltag nicht immer möglich ist, können Beschwerden im Magen-Darm-Trakt hartnäckig sein.
Akute Beschwerden wie Völlegefühl und schmerzhafte Blähungen, die durch eine erhöhte Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt entstehen, können durch Arzneiperlen mit dem Wirkstoff Simeticon gelindert werden. Simeticon löst die im Nahrungsbrei eingeschlossenen Gasbläschen auf, sosass die frei werdenden Gase auf natürlichem Weg zumeist über den Blutkreislauf abtransportiert werden können. Damt steht einem guten Bauchgefühl nichts mehr im Wege.
Unser Tipp
Das Führen eines Ernährungstagebuches kann bei der Suche von möglichen Ursachen bei Magen-Darm-Problemen sehr hilfreich sein. Dabei sollte auch notiert werden, was genau gegessen wurde und wann die Befindlichkeitsstörungen des Darms aufgetreten und wieder abgeklungen sind, um den Auslösern der Beschwerden möglichst schnell und mit System auf die Spur zu kommen.
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